REGIONAL-FORUM: 27. Juni 2026
Es ist unsere alljährliche MOPs-Zukunfts-Werkstatt.
Das MOTTO in diesem Jahr: Einheit weiter denken.
Eindrücke
Gesellschaftliches Engagement beginnt mit Hinsehen: Gebhard von Cohausen, Hubert Romberg und Bernhard Egermann (re.) im Gespräch.
Sonder-Workshop „Lilli Marleen“: die Einladung zum Saubermachen spontan angenommen, nachdem am Vorabend eine junge Frau ihren 18. Geburtstag im Franzikushaus feierte.
„Sind wir in der Fokolar-Bewegung kampagnenfähig – und möchten wir das sein?“ Fragen wie diese von Peter Kossen bieten Gesprächsstoff – hier für Gebhard von Cohausen (li.) und Hubert Romberg.
Für eine geeinte Welt leben: der Beitrag der Menschen der Fokolar-Bewegung scheint wichtiger denn je.
Netzwerke bilden: Christane Berg (re.) hat 2024 in Münster den Initiativkreis Nahost mitgegründet, der sich für Frieden und Verständigung in Israel, Gaza und dem Westjordanland einsetzt.
Peter Kossen: „Christsein ist Einmischung.“
Fotos: Tom Claves
„Es beginnt mit Hinsehen“
„Ein Mensch sollte nie mehr Staub aufwirbeln, als er zu schlucken bereit ist.“
Peter Kossen zitiert diesen Satz im Rahmen seines Workshops beim REGIONAL-FORUM der MOPs-Region am 27.06.2026. Damit machte der Aktivist und katholische Priester deutlich, dass Engagement für Gerechtigkeit und Frieden ein herausfordernder Weg sein kann.
Dieses Wort vom „Staub schlucken“ stammt von Werner Mitsch (1936-2009), einem gelernten Schriftsetzer aus Stuttgart, der rund 40.000 Sinn-Sprüche erfand.
Peter Kossen hatte seine Gedanken zur Aufgabe von Christinnen und Christen in der heutigen Zeit überschrieben mit den Worten: „Zwischen Sekte und Sauerteig – Christsein ist Einmischung“.
Er mischt sich ein
Der Pfarrer aus dem münsterländischen Lengerich mischt sich seit Jahren ein; erst jüngst wirkte er an der Reportage des ARD-Magazins MONITOR „Wie die Fleischindustrie Menschen zur Ware macht“ mit, die auf YouTube mehr als 130.000 Menschen gesehen haben.
Zu seinem Workshop kam auch Christiane Berg, die sich mit den Worten anmeldete, sie sei bislang nicht Mitglied der Fokolar-Bewegung. Aber ihre Freundinnen Edeltraud Knoche und Waltraud Teigeler erzählten ihr viel davon.
Friedensarbeit im Nahen Osten
Christiane Berg, Lehrerin aus Münster, engagiert sich seit Jahrzehnten in der Friedensarbeit im Nahen Osten und hat mit vier anderen den „Initiativkreis Nahost“ ins Leben gerufen.
Die Idee: ein Netzwerk bilden. Eine Gelegenheit: am 20. April 2027 zeigen sie die jährlich stattfindende „Joint Memorial Ceremony“. Diese Gedenkveranstaltung wird gemeinsam von Palästinensern und Israelis gestaltet, die Familienangehörige im Konflikt verloren haben. Die Trauerfeier findet in Tel Aviv statt. Die Live-Übertragung wird in Münster im Kreativhaus zu sehen sein.
Peter Kossen, der die Idee der Fokolar-Bewegung, für eine geeinte Welt zu leben, während seines Theologie-Studiums kennenlernte, stellte Fragen wie „Wollen wir uns die Hände schmutzig machen?“ – und: „Sind wir kampagnenfähig?“
Nur eine Botschaft
Kritiker, so berichtet Kossen, würden ihm gerne vorhalten, er habe nur eine Botschaft, die der Nächstenliebe und Würde für jeden Menschen. Befürworter entgegneten seinen Kritikern dann, wenigstens habe er eine.
Dass ein Engagement für eine geeinte Welt notwendiger denn je sei, daran ließ Kossen keinen Zweifel.
Bei ihm fing alles ganz einfach an, erinnerte er sich. „Es beginnt mit Hinsehen. Es beginnt damit, was ich in Menschen sehe.“