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Wort in Bewegung – Einheit in Aktion
1. Mai - Loppiano-Tour
Zum 01. Mai fahren einige junge Leute aus unserer Ecke in die Toskana – genauer gesagt nach Loppiano (Italien). Mit dabei: Samuel Meyer (Visbek). Hier seine Eindrücke.
Es war Anfang Mai, als wir uns als Mini-Gen-Team aufmachten, aus Deutschland nach Loppiano zu fahren. Jedes Jahr findet dort am 01. Mai, dem Primo Maggio, ein großes internationales Event statt. Wir hatten schon viel davon gehört von der Atmosphäre, der Gemeinschaft, der Energie. Dieses Jahr wollten wir es selbst erleben.
Loppiano ist eine kleine internationale Gemeinschaft in der Toskana, getragen von der Spiritualität der Fokolar-Bewegung. Aber das, was mich am meisten beeindruckt hat, waren die Menschen.
Schon die Anreise war ein Abenteuer: Am 30. April übernachteten wir – Johannes aus Hamm, mein Bruder Lukas und ich – im Fokolar in Köln, standen um 4 Uhr früh auf, flogen nach Pisa und wurden dort von Matteo und Jan abgeholt, die sich Zeit nahmen, uns nach Loppiano zu bringen. Besonders bewegend war, wie unkompliziert der Kontakt ablief. Obwohl wir uns erst ein paar Tage vorher gemeldet hatten, gab es sofort die Bereitschaft, nach Gen zu suchen, die uns mitnehmen konnten. Es gab mir persönlich, dass es die richtige Entscheidung war uns auf die Reise zu machen.
Dort angekommen trafen wir Rafael, Johannes, Paul und Isabel aus dem Süden Deutschlands und Mariana, Martin und Magdalena aus Wien, mit welchen wir die Reise gemeinsam geplant hatten, aber auch hunderte Italiener. Natürlich war es direkt ein wenig überfordernd, da nicht alle von uns die Sprache sprechen und Englisch nicht gerade die Stärke von Italienern ist. Und dennoch gab es ein unausgesprochenes Vertrauen, eine Offenheit, die von Anfang an Raum für echte Begegnung schuf.
Der Primo Maggio selbst war ein großes Fest lebendig, vielfältig. Musik, Tanz, Zeugnisse von vielen Gruppen gestaltet, aus verschiedenen Kulturen und Sprachen. Die Band „AsOne“ trat auf – genauso wie Gen Verde. Neben den Aufführungen fanden ebenso Workshops statt. Gemeinsam waren wir im Atelier von Hung, um an einer Reflexion teilzunehmen, welche antike Mythen – wie beispielsweise von Sisyphus – direkt mit unseren heutigen Taten verbindet. Es sehr schöner Moment, welcher vor allem von Ruhe und Kunst geprägt war.
Unmittelbar nach dem Event begann der Gen-Kongress, der vom 2. bis 4. Mai stattfand für junge Menschen zwischen etwa 13 und 30 Jahren, hauptsächlich aus Italien aber auch aus Lateinamerika und Europa. Es war beeindruckend, wie viele Geschichten sich dort trafen und wie schnell echte Begegnung möglich war. Man sprach Italienisch, manchmal Englisch, manchmal Spanisch. Doch eigentlich verstanden wir uns auch ohne viele Worte.
Was mich persönlich am meisten berührt hat, war der Kontakt zu den Gen, die derzeit die Gen-Schule in Loppiano machen. Mit Ihnen zu essen, sich auszutauschen, Fragen zu stellen, Geschichten zu hören, das war für mich der tiefste Teil dieser Reise. Es ist schwer zu beschreiben, aber wir hatten die Möglichkeit in so kurzer Zeit uns untereinander viel besser kennenzulernen. Freundschaften wurden geschlossen, welche auf ehrliches Interesse an die andere Person gebunden sind. Und außerdem gaben Sie uns einen kleinen Einblick in ihren Alltag, in das Leben, das sie gerade dort führen geprägt von Gemeinschaft, innerem Wachstum aber auch kleinen Konflikten. Eine Atmosphäre wie diese in Worte zu fassen, ist fast wie die Quadratur des Kreises. Aber ich versuche, sie mit einer kleinen Erfahrung greifbar zu machen.
Am letzten Tag also auch unser Abreisetag merkten wir, dass der Abschied immer näherkam. Nach dem offiziellen Abschluss des Kongresses trafen wir uns noch ein letztes Mal mit dem „Progetto Giovani“ und einigen aus der Gen-Schule. Gemeinsam wollten wir Abschied nehmen. Das nicht nur voneinander, sondern auch von der intensiven Erfahrung die wir hatten.
Wir trafen uns beim Haus der Mädchen des Progetto Giovani inmitten von Hügeln der Toskana und setzten uns draußen auf Picknickdecken. Die Sonne strahlte warm auf unsere Gesichter und über all dem lag eine Atmosphäre, wie man sie sonst nur aus Filmen kennt. Fast wie der Abschluss, wie man ihn aus „Fast & Furious“ kennt: Menschen, die sich wie Familie anfühlen, lachen, essen, und lateinamerikanische Musik hören.
In der Mitte standen ein großer Topf und eine Pfanne mit einfachen Nudeln in Tomatensauce. Und dann kam das scheinbar so kleine Erlebnis von welchem ich gerne berichten wollte.
Einer bekam das erste Essen gereicht und anstatt sofort zuzugreifen, reichte er es dem Nächsten weiter. Und so ging es weiter in der Runde, bis schließlich der Teller die gesamte Runde gemacht hatte. Ganz selbstverständlich dachte jeder zuerst an den anderen. Es war ein kleiner Akt, und doch sagte er viel über das aus, was wir in diesen Tagen gelebt hatten. Das Miteinander kann so entscheidend sein, wie wir die Welt erleben.
Dazu kamen natürlich auch Gespräche, sowie unzählige Späße. Wir teilten, was uns bewegt hatte und was wir mitnehmen wollten. Es war bewegend zu spüren, wie aus wenigen Tagen echte Freundschaften entstanden waren.
Loppiano ist schwer zu beschreiben. Es ist nicht einfach ein Ort, und auch nicht nur ein Event. Es ist eher ein Raum, ein Raum in dem man für einen Moment ganz bei sich und gleichzeitig ganz mit anderen sein kann. Wo Unterschiede nicht trennen, sondern bereichern. Wo man spürt, dass Veränderung zu einer geeinten Welt tatsächlich keine Wunschvorstellung bleiben muss. Das haben diese Tage in mir bewegt. Und ich glaube, genau darum geht es.
PS: Schaut gerne auf Instagram bei congressogen vorbei, wenn ihr genauere Eindrücke haben wollt.