"ansprech-bar"
Wer samstags in Münster-Roxel einen Gang über den Friedhof macht, den erwartet eine Tasse Tee oder Kaffee und Menschen zum Reden. „Das Herz ausschütten, wo es sonst schwer ist“, titelten die Westfälischen Nachrichten im November 2023. Das Angebot macht Schule. In weiteren Orten verwandeln sich Friedhöfe zu Stätten der Begegnung.
Die Idee dazu kam Gabriele Böhlke nach der Corona-Zeit. Gemeinsam mit Freundin Thesa Seifert beschlossen sie im Sommer 2022, etwas gegen wachsende Einsamkeit zu unternehmen. Ihr Motto: nicht lange planen und fragen, sondern einfach ausprobieren. „Dann“, so Gabriele Böhlke rückblickend, „war es ganz leicht und ganz einfach, und so ist es bis heute.“
Schnell entstand eine Gruppe von Menschen, die jeden Samstag „ansprech-bar“ sind. Es ist ein festes Angebot, das durch seine konstante Regelmäßigkeit, dazu einlädt, einfach vorbeizukommen und Leute zu treffen.
„Sehr wichtig sind uns die Team-Treffen„, erzählt Thesa Seifert, „bei denen wir nicht nur die kommenden Einsatztermine verteilen, sondern vor allem über unsere Erlebnisse und Erfahrungen sprechen. Wir brauchen den Austausch, um uns immer wieder neu auszurichten und Routinen aufzubrechen.“
„Wenn man „ansprech-bar“ lebt“, ergänzt Gabriele Böhlke, „entstehen ganz von alleine neue Ideen, tun sich Möglichkeiten auf, entstehen Kontakte. Es geht einfach immer weiter.“