Hilferufe hören
„Wenn du gegen Ungerechtigkeiten kämpfen willst„, erzählt Peter Kossen, „musst du manches Mal selbst Spannungen erzeugen.“
Der katholische Pfarrer aus dem westfälischen Lengerich war zu Gast beim „Tag der Fokolar-Bewegung“ am 15.11.25 in der Evangelischen Friedenskirche in Münster-Gremmendorf.
Die meisten der rund 100 Anwesenden wissen, dass er für Gerechtigkeit und Würde kämpft und sich dabei auch mit den Großen in Politik, Kirche und Unternehmen anlegt. Die milliardenschwere Fleischindustrie ihrerseits versucht, den ungeliebten Protest-Pastor mundtot zu machen. Sie übe, so Kossen, immer wieder gezielt Druck auf die Bistumsleitung am Domplatz in Münster aus.
Dabei nimmt Peter Kossen, der seit den 1990er Jahren Mitglied der Fokolar-Bewegung ist, genau das auf, was urchristlich ist und die letzte Generalversammlung der Fokolar-Bewegung im Jahre 2021 in ihrem Abschluss-Dokument so formulierte: „Den Hilferuf der Menschheit hören“.
Kossen hat sie gehört, die Hilferufe der Arbeiter in den Schlachthöfen der Republik, die häufig als moderne Arbeits-Sklaven gehalten werden und sich als Menschen zweiter Klasse fühlen.
Darüber reden möchte niemand gerne. „Es ist auf gewisse Weise leichter“, so Kossen, „für faire Arbeits- und Lebensbedingungen in Bangladesch zu kämpfen, als hier bei uns.“
Er wirbt dafür, dass sich mehr Menschen der Fokolar-Bewegung in der Politik engagieren. Der Geist, den die Spiritualität der Einheit hervorbringe, sei in politischen Parteien zunehmend wichtig.